Sonntag, 7. Februar 2016

The Maker

Im November hatte ich mit dem sympathischen RPG-Tausendsassa Moritz "Glgnfz" Mehlem ein (Gegen-)Interview geführt. Mein Interesse lag dabei vor allem auf der "Macher"-Seite. Anders gesagt wollte ich mit Moritz einen Blick darauf werfen, wie das hierzulande ist mit Verlags- und Hobby-Arbeiten.




1. An welchen Rollenspielprojekten warst Du beteiligt?

Oh, je! Check mal den Wiki Aventurica-Link unter meinem Namen. Da ist bis 2012 alles ganz gut mitgehalten. Seitdem dürften diverse 13th Age-Sachen, von denen noch nicht alle erschienen sind, die Übersetzung von "Das Land Og" und "Umläut - The Game of Metal" die Perlen sein. Ich war auch schon Teil des Elyrion-Kickstartes bei Prometheus - dafür habe ich ein Abenteuer geschrieben, was einige alte Menschen ganz sicher an "Die Insel der Schrecken" erinnern könnte. Da lege ich gerade letzte Hand an.


2. Und welche der Projekte waren Deine liebsten?


Natürlich das erste "Große" - die Organisation und Koordination der Übersetzung von Labyrinth Lord.
Viel Spaß hat auch eben jene Aufgabe beim Grundregelwerk von 13th Age gemacht - auch wenn ich da jeden Fehler gemacht habe, den man nur machen kann. Insgesamt ist ein tolles Teil dabei herausgekommen.


3. Worin unterscheidet sich Verlagsarbeit von einem reinem Hobby-Projekt - nehmen wir als Beispiel für letzteres einfach mal Fanzine "das Labyrinth", das du herausgegeben hast?

Puh! Zum einen gibt es keine lästigen Deadlines, es sei denn man setzt sich die selber. Zum anderen hat man natürlich bei Fan-Produkten kein oder nur ein sehr geringes Budget - da ist es schon etwas ganz Anderes, wenn man eine Handvoll Euro von einem Verlag bekommt, um Illus zeichnen zu lassen, oder wenn der Verlag sich direkt um Illustrationen oder Layout kümmert.


4. DIY und Verlagsarbeit, bzw. -produkte - Du bist immer wieder hin und her gependelt. Welche Vor- und Nachteile sieht Du für den kreativen Hobbybastler, den Korrektor, ... ?  
 
Puh! Das ist eine gute Frage, auf die ich keine Antwort von ebensolcher Güte geben kann. Beides hat Vor- und Nachteile und ist personen- und tagesformabhängig.

So freue ich mich manchmal, wenn ich einfach ohne Druck an einem eigenen Projekt rumbasteln kann. Ein anderes mal finde ich es großartig, wenn ein Verlag mich fragt, ob ich nicht Lust hätte ein Abenteuer für ein großes System zu schreiben oder mir einen Text zum Lektorieren vorbeischickt. Ich möchte eigentlich beide Seiten nicht missen.


5. Woran liegt das, dass im deutschsprachigen Raum relativ wenig "Fan-Kram" im Selbstverlag oder als PoD semiprofessionell veröffentlicht wird?

In den US und z.T. in UK haben einige Blogger ihre eigenen Spiele entwickelt oder bieten Erweiterungen für OGL-Kram an. Hier ist - soweit ich weiß - nach jcgames (space pirates, LITE) und ludus leonis (nipajin) recht schnell das Ende der Fahnenstange erreicht.
[Hah! Slay-Engine vergessen! ]

Trotzdem: Fehlt hierzulande vielleicht ein bisschen die Grundlage? LabLord ist (auf Deutsch), soweit ich weiß, nicht frei zu bekommen. Dungeon World hat keine Übersetzung.

Äh, wie war nochmal die Frage? Warum es auf Deutsch nicht so viel „Fan-Kram“ gibt? Damit kann ich mal direkt wieder auf mein Lieblings-Thema kommen: DSA-Bashing! Nee, im Ernst, eine kleine Rolle spielt in meinen Augen die Dominanz des Schwarzen Auges, das immer mit seiner eigenen „lebendigen Welt“ daherkam. 

Im Gegensatz dazu wird man ja gerade mit den ersten Emanationen von Dungeons & Dragons quasi dazu gezwungen, daran herumzubasteln und eigene Abenteuer, Welten und Regelmodifikationen zu basteln. Dieser „spirit“ ist es auch jetzt noch, der dafür sorgt, dass gerade im US-Bereich unfassbar gerne an Systemen rumgefrickelt wird – und das wurde ja zu Beginn der 2000er mit der OGL nicht nur unterstützt, sondern geradezu hervorgekitzelt. Da sprossen Verlage wie Pilze aus dem Boden, die unzählige D&D-Klone sowie dazugehöriges Material erschaffen haben, das man auch in etlichen Menschenleben nicht vom Tisch spielen kann. 

Seit einigen Jahren geht es nicht mehr nur darum, D&D-Varianten zu erschaffen, sondern es ist eine Sache, das „Spielgefühl“ der alten Spiele zu erhalten und mit modernen und aufregenden Mechanismen neu umzusetzen. Dieser Bastler-Geist existiert unter deutschsprachigen Rollenspielern eher weniger.

Du hast die Slay-Engine erwähnt für die viel Material erstellt wird – und da kommen wieder diese Faktoren zusammen: Eine freie Lizenz sowie ein einfaches und leicht zu bearbeitendes System, wo man problemlos mit herumexperimentieren kann, das man aber nie so richtig „kaputt“ bekommt.


6. Wie organisiert Du deine Rollenspielarbeiten? Das muss ja doch alles neben Job und Familie zeitlich irgendwo untergebracht werden?

Ich verziehe mich dann einfach in den Keller und beschäftige mich mit Hobby-Kram – Lesen in Foren, Schreiben von Blogbeiträgen, Beantworten von Mails, Schreiben oder Übersetzen von Rollenspielwerken... In meinem Job kann man sich ja die Zeit ganz gut selber einteilen und selbst, wenn ich mit den Hunden unterwegs bin, höre ich Rollenspiel-Podcasts und mache mir so meine Gedanken, die ich mir dann sofort per Sprachnotiz merke und zu Hause „abarbeite“ oder irgendwie „verwende“.

7.  Kommst Du vor lauter Schreiben noch zum Spielen? Wenn ja: Was?

Wir spielen ziemlich regelmäßig AD&D 2 – ansonsten spiele ich derzeit sehr viele Brettspiele. Aber du hast Recht. Es gab Zeiten, wo ich mehr rollenspielen konnte.


8.  Welche 2 bis 3 Spiele sind im deutschsprachigen Raum für Dich völlig unterbewertet?

Wenn wir mal nur von auch auf Deutsch erschienenen Systemen reden, nehme ich mal:

Natürlich „Labyrinth Lord“, aber daran bin ich ja selber schuld, da müsste ich mich viel mehr drum kümmern, denn es ist ein kleines, total belastbares System, das man einfach nicht klein kriegt und mit dem man in wenig Zeit viel erleben kann.

Fiasko“ - hat eine echt gute deutsche Übersetzung und ist ein tolles Bindeglied von „normalem Spiel“ und „Rollenspiel“. Könnte noch ungleich größer sein, als es derzeit ist. Liegt an ähnlichen Gründen – es wird einfach von den Machern nicht genug gepushed.


9.  Letzte Worte an Deine Fans:

Äh, im deutschsprachigen Rollenspielbereich gibt es meiner Ansicht nach keine „Fans“ von bestimmten Personen, die angesprochene Menge dürfte also extremst locker an den Fingern einer Hand abzuzählen sein, aber den 2-3 Leuten kann ich gerne etwas Schlaues mit auf den Weg geben:

Habt Spaß am Spielen und versaut den anderen ihren nicht!

Samstag, 6. Februar 2016

When Thousand Moon Have Circled

http://autocratik.blogspot.com/2015/06/rpgaday2015-this-august-it-is-happening.html
... nach ewigen Zeiten will ich meinen Beitrag zum RPGaDay2015 mal noch abschließen. Begonnen habe ich den Artikel letztes Jahr im August. Wird Zeit, dass er fertig wird.


20. Favourite Horror RPG 
Auch da habe ich eher wenig gespielt. Die RSP, die ich gespielt habe (Cthulhu, V:tM, nWoD: Mortals) haben mir soweit alle gefallen. Wobei Vampire: die Maskerade mich regelseitig nicht überzeugen konnte. Cthulhu hatte andere Probleme. Wobei die SL, die Horror RSP für mich geleitet haben, das immer recht gut gemacht haben. An der Stelle kann ich nicht klagen.

Was es werden wird?
Gute Frage. Shadows of Cthulhu (true20) oder Cthulhu d20, sind zwar hervorragende Bücher. Kreativ und wirklich gut recherchiert, aber ob mich die Regeln noch packen werden? Dark Streets (Renaissance) könnte ich mir schon eher vorstellen. Unknown Armies habe ich vor kurzem einer Weile bekommen. Das will noch gelesen werden. Die Regeln könnten passen. Beim Setting bin ich skeptischer. Was ein tolles Setting wäre, wenn die Regeln nicht so verbugt wären: Geist: the sin-eaters. Da spielt man vor kurzem zu Tode gekommene Menschen, die durch einen Pakt mit einem Namensgebenden "Geist" ins Leben zurückkehren durften. Erinnert ein wenig an "The Crow". Natürlich verlangt der "Geist" etwas und hat seine eigene Agenda. Auch recht schön finde ich: Ruh dich nicht aus - das Spiel um schlaflose Personen, die in "Mad City" landen.


21. Favourite RPG Setting
Puh! Das ist echt schwer. Ich glaube, ich habe keines. Klar, ich habe durchaus meine Präferenzen. "Britische" Spiele mit pseudohistorischen Anteilen. Aber eines? Das geht nicht. Zumindest momentan. Clockwork & Chivalry oder Dark Streets gehören aber auf jeden Fall zu den Favoriten.

Vor einigen Jahren hätte ich wahrscheinlich noch "Die Alte Welt" (nach WFRP1 gemischt mit WFRP2 gesagt), aber heute ist das nicht mehr der Fall. Was mir aber immer noch recht gut gefällt, ist die Offenheit des Settings für historische Elemente, "low magic" und Sword & Sorcery. 

Ich kann ohne Probleme Sachen aus Geschichts-büchern wie Lecouteux, Claude (2001): Das Reich der Nacht- dämonen. Angst und Aberglaube im Mittelalter. Düsseldorf. oder Cohn, Norman (2007: Apokalyptiker und Propheten im Mittelalter. Erftstadt. einbauen. Genauso gut aber kann ich auf Hârnmaster-Sachen - wie die Artikel des großartigen deutschen HM-Magazins Var-Hyvrak (1993-1996) - oder auf Elric!-Kram zurückgreifen. Inspiration für großartig abgedrehten britischen Humor kann ich außerdem aus Serien wie Blackadder oder Catweazle gewinnen. 

Was mir aber an der Alten Welt nicht mehr so taugt: Das tolkieneske EDO (Elf-Dwarf-Orc) und, dass relativ einzigartige Interpretationen von Fantasy-Motiven durch Warhammer im Mainstream angekommen sind (z.B. durch WarCraft) und dadurch uninspiriert und ausgewaschen schmecken. Und schließlich hat mir die Art und Weise, wie sich das TableTop entwickelt hat (Demigreifen, Höllenfeuer-Raketenlafette, Luminarium des Hysh) comicartige Bilder voller phantastischer Bestien (vgl. Treeman, Morghasts) und einem Übermaß an Magie in den Kopf gebannt, die ich nicht mehr raus bekomme. Vielleicht würde es helfen einfach nochmal WFRP1 zu lesen. Vielleicht aber auch nicht.


22. Perfect gaming environment
Ich weiß nicht, ob man meine Ansprüche nun hoch oder niedrig nennen soll. Schließlich sind meine Wünsche und Erwartungen nichts Besonderes. Andererseits mögen sie nicht immer so leicht herzustellen sein.

Zunächst möchte ich einen relativ ruhigen Platz zum Spielen. Das bedeutet vor allem: Keine Leute oder Haustiere die reinkommen und stören. Bedeutet aber auch, dass ich Smartphones, Tablets und Notebooks eher nicht am Tisch haben will. Wenn die unbedingt dabei sein müssen, dann gilt striktes WhatsApp-, Facebook- und Co.-Verbot.
Als Sitzgelegenheit braucht es Stühle und einen Tisch. Eine Biertischgarnitur - ggf. mit zwei zusammengeschobenen Tischen - reicht auch. Dasselbe gilt für Gartentisch-Garnituren (Holz/Metall oder Plastik). Hauptsache die Sitzplätze sind nicht zu weich und kuschelig und der Tisch nicht zu niedrig. Ob Draußen oder Drinnen gespielt wird, ist mir dabei egal, solange das Licht stimmt. 


22. Perfect game for you
Was Regelsystem und Setting angeht, so gibt es nicht ein einziges. Doch es gibt Kriterien für "perfekte Spiele".

Das Erste wäre: Es soll nicht perfekt sein! Ich will gern ein bißchen an den Regeln herumbasteln müssen, den Hintergrund anpassen müssen. Ein Spiel, das sich für das beste seit Erfindung der Rollenspiele hält und mich in dem Ton als Leser/Spieler anspricht, hat es mittlerweile sehr, sehr schwer mich zu begeistern. Ein Spiel, das mir von vornherein sagt, dass es an die Spielrunde angepasst werden will und dabei nicht! gleich seine Regeln oder sein Setting in Frage stellt, hat schon mal meine Sympathien. (Als Paradebeispiel sei hier Crypts & Things angeführt.)  

Das zweite Kriterium ist, dass das Spiel mir nicht das Blaue vom Himmel versprechen soll, sondern genau sagt, wofür es gut ist und wofür nicht. Es soll mir sagen auf welches Spielerlebnis es ungefähr abzielt.

Als Drittes sollen die Regeln irgendwo ausgewogen sein. Ein Spiel, das "narrativ" sein will und dann 37 Seiten voll mit Waffenbeschreibungen und -spielwerten mitbringt, erfüllt das halt mal nicht, gell FFG Star Wars. Ähnliches gilt für Spiele, die simpel sein wollen und dabei ein genau ausgearbeitetes Kampfsystem liefern und die Spielrunde beim Einsatz von Fertigkeiten vor Rätsel stellen, nicht wahr, Dungeonslayers. 

Nummer Vier sagt: Ich will mindestestens eine Settingskizze. Selbst "Universalsysteme" sollen mir bitteschön zeigen, welche Art von Setting sie zu bedienen gedenken. Ausarbeiten kann ich das dann selbst.

Das wären so Basics für ein "perfektes Spiel". Darüber hinaus mag ich regelseitig eine gute Mischung aus "indie-" und "old school-"Elementen. Ansonsten mag ich, wenn die Spielfiguren nicht "übermenschlich" mächtig werden. An Stufe-15-Magiern ala D&D3/Pathfinder, die einen normalen Dorfbewohner mit einem Fingerschnippen das Leben aushauchen lassen, habe ich kein Interesse. Wenn schon Superhelden/übermenschliche Wesen gespielt werden, dann sollten sie dennoch mit ganz menschliche Schwächen herumschlagen müssen. 

So ein richtig, in diesem Sinne "perfektes" Spiel habe ich noch nicht gefunden. Nur ein paar die recht nah dran sind. Urban Shadows gehört dazu. 

 
23. Perfect house rule
Patzertabellen und "Success at a Price".
Nichts langweiligeres als binäre Proben (geschafft/nicht geschafft) oder wenn die Spielleitung nach Gutdünken das Ergebnis festlegt. Beiden zuerst genannten Methoden ist gemeinsam, dass sie eine Probe spannender machen und für Konsequenzen sorgen.

Patzertabellen bringen ein zufälliges, für den entsprechenden SC oder negatives Ereignis, ins Spiel und sorgt so für ein Überraschungsmoment im Spiel. Als Beispiel soll hier Folgendes dienen:
66 - Ihr etwas übermütiger ausgeführter Angriff verfehlt das Ziel und Sie eröffnen dem Gegner die Chance auf einen Gegenangriff. Sie verlieren jede weitere Aktion, die Ihnen in dieser Runde sonst noch möglich gewesen wäre und in der folgenden Runde kann Ihr Gegner vor Ihnen handeln, unabhängig von der Initiative.    Quelle: Raphaels gesammelte Hausregeln für WFRP2.

"Success at a Price" meint, dass eine Probe nur knapp nicht bestanden wurde. Der betreffende Spieler kann dann mit der Spielleitung darüber verhandeln, welche negative Konsequenz sein Charakter erleiden soll, um den knappen Fehlschlag in einen Erfolg umzuwandeln.


24. Favourite Revolutionary Game Mechanic
Das sind die Paths bzw. Pfade aus The Shadow of Yesterday. Im genererischen Regelwerk Solar System heißen sie auch Keys. Dabei handelt es sich um eine ziemlich coole Art und Weise Erfahrungspunkte zu generieren. Letztere helfen den Spielercharaktere (SC) zu "verbessern". Was als sind die Pfade?


"Pfade stehen für die Motivationen einer Spielfigur, ihre Beziehungen, Hemmungen, Verpflichtungen und Loyalitäten." (Quelle: Dt. TSoY-Übersetzung.)
Sie funktionieren so: Wenn ein Spieler einen Pfad seines Charakters anspielt bzw. auslöst, erhält dieser (nicht beliebig oft) dafür Erfahrungspunkte. Es ist also grundsätzlich nicht die Spielleitung, die Erfahrungspunkte (EP) verteilt. Man könnte eher sagen, die Spieler holen sie ab. Hier ein beispielhafter Pfad (Quelle: s.o.):

Pfad des Blutrauschs: Der Charakter liebt es, seine Gegner im Kampf zu besiegen.
  • 1EP – Für einen siegreichen Kampf
  • 3EP – Für einen siegreichen Kampf gegen einen gleich starken oder überlegenen Gegner
  • Abkehr – Wenn man einen Kampf verliert

Die Abkehr von einem Pfad ist eine Möglichkeit, kein Muss. Der Spieler entscheidet selbst, ob sein SC sich für 10 EP dauerhaft und unwiederbringlich von dem betreffenden Pfad löst. Dadurch entwickeln und verändern sich Charaktere. Für das Spiel ändert diese Art der EP-Generierung sehr viel. Es wird sehr viel "charakterzentrierter".

Mehr zu den Pfaden kann man hier oder da nachlesen. Eine englische Version gibt es dort.
Ich wollte immer mal Schattenjäger (Warhammer 40K RPG) mit Pfaden spielen. Dann sind die Loyalitäten zu den Inquisitions-Ordos darstellbar. Dasselbe gilt für mögliche Konflikte innerhalb der Inquisition. Und natürlich machen die Pfade auch immer was mit der Gruppe der SC. Manche Pfadkombinationen sind in einer Gruppe praktiscg einfach nicht möglich.


25. Favourite inspriation for your game
Es gibt keine besonders erwähnenswerte Inspirationsquelle, die ich immer oder auch nur häufig nutze. Klar, Medien wie Musik, Filme, Bücher oder Bilder spielen eine Rolle. Ich arbeite aber auch viel mit RPG-"Bastelbüchern" wie Vornheim, Ultimate Toolbox, Runequest Cities oder Zeitschriftenartikeln aus dem Var-Hyvrak oder der Zauberzeit. Außerdem nutze ich gern Kreativmethoden wie Zufallstabellen, Mind-Maps, Relationship-Maps oder eigene Skizzen und Zeichnungen. Wobei die Methoden zusammen mit der eigenen Imagination die wichtigsten Ergebnisse liefern.


26. Favourite idea for merging two games into one
Wahrscheinlich ist das das Meta-"System" The Flux von John "Crazy" Wick. Auch wenn ich das noch nicht ausprobieren konnte. Das Teil erlaubt von einem Spiel zum nächsten (also z.B. von Legend of the Five Rings zu Schattenjäger) zu springen ohne dabei eine gewisse Kontinuität aufzugeben.


27. Favourite game you no longer play
Entweder Schattenjäger oder Savage Star Wars. Beide Regelwerke finde ich so "naja", wobei ich Schattenjäger noch etwas besser finde. Meine Wahl fällt trotzdem auf Savage Star Wars. Warum? Zum einen habe ich die Hoffnung Schattenjäger nochmal spielen oder leiten zu können. Zum anderen: Obwohl ich Savage Worlds aus verschiedenen Gründen nicht mehr besonders mag, passt es doch hervorragend zu Star Wars. Viele Statisten, eine wilde Mischung aus Glück/Unglück und Schicksal, realtiv flottes Spiel mit einem gewissen Fokus auf Kampf, das ist genau die Art von hollywoodeskem Spiel, das Savage Worlds unterstützt.
Die Runde, die damals ein Freund geleitet hat, war auch richtig klasse. Später habe ich ein paar Mal - unter der Leitung desselben SL - FFG Star Wars gespielt. Das hat irgendwie nicht so gezündet. Lag mMn am System, das nicht auf meiner Wellenlänge liegt. Gerade das Würfelsystem von FFG emfand ich als unnötig kompliziert und mehr als ein Klotz am Bein denn "narrativ". (Letzteres ist, was der Verleger darüber erzählt.)


28. Favourite RPG website/blog
Das ist ziemlich unzweideutig Mondbuchstaben. Dirk präsentiert dort immer wieder "verschollene Schätze", schreibt über Hobby-Historisches bzw. die weite Welt des Hobbys und beschreibt immer wieder auch tolle kreative Ideen.


29. Favourite RPG playing celebrity
Wil Wheaton. Für TableTop, die RPG-Show "Ashes of Valkana" und seinen Blog, bei dem er mit bewunderswerter Aufrichtigkeit auch über persönliche Dinge schreibt.


30. Favourite non-RPG thing that came out of RPGing
Freundschaften.

Montag, 24. August 2015

Everyday ... A-hey, a-hey-hey




1. Forthcoming game you are most looking forward to
Schwer zu sagen ... letztes Jahr hätte ich sicher Mutant Chronicles 3rd gesagt. Das alte Life-Path-System war wirklich hübsch. Die Regeln (der deutschen Übersetzung) nicht so. Hingegen ist das Setting immer noch grandios.
Dark Future meets Cyberpunk meets Space Opera. 
Für mich war das Setting immer deutlich näher an den Themen von Shadowrun dran als an Warhammer 40K. Nur: Die Entwicklung, die die Regeln bei Modiphius genommen haben, gefällt mir ... nicht. Letztlich war ich schon von WFRP3 und noch mehr von FFG Star Wars underwhelmed.

Zweifelsfrei funktionieren die Systeme und haben ihre ganz eigenen Stärken, aber sie sind einfach an mir vorbei entwickelt. Ich gehöre wohl nicht zur Zielgruppe. Und MC3 wird vom selben Designer entwickelt. Jay Little's Vorliebe erzählerische/narrative Elemente und inspirative Momente mit der Würfelauswertung und anderen Regelmechanismen zu verschmelzen, ist für mich als frei assoziierender Kreativdenker und Zufallstabellenliebhaber ein Gräuel höchst ungünstig.

Deswegen sage ich Lone Wolf Adventure Game, obwohl ich als Vorbesteller das PDF schon erhalten habe. 


2. Kickstarted game you are most pleased you backed
... ich hab mich bisher noch nicht an einem Kickstarter beteiligt. Mir ist es lieber, wenn sich Roland (Sphärenmeisters Spiele) als Händler dran beteiligt. Einmal, weil ich lieber bei ihm kaufe und seinen tollen Service (schnell, unkompliziert, Beratung und Sonderbestellungen per e-mail/Rollenspielforen) gern unterstützten will. Zum anderen hab ich den ganzen Ärger mit KS-Projekten, die ewig nicht fertig werden, etc. nicht.

Crypts & Things Remasterd hätte ich sonst unterstützt. Beim deutschen Dresden Files KS ist mir am Ende die Zeit ausgegangen. Es hat etwas gedauert, bis ich von einem Pledge überzeugt war ... und dann war ich zeitlich so eingespannt, dass ich den Kopf bei wichtigeren Dingen hatte ubd es nicht mehr hingehauen hat.

Die einzige Crowdfundig Aktion an der ich mich beteiligt habe war die Fanfinanzierung von Prometheus Games für die zweite Auflage von Savage Worlds (GER Revised). Das PDF-Level zu nehmen, habe ich nicht bereut. Trotz aller Schwierigkeiten, die mit der Fanfinanzierung verbunden waren/sind. Ich hab mein SW-PDF. Und Rune Punk kommt sicher auch irgendwann. Ich hab's damit nicht so eilig. Auch weil ich hier noch das Steampunk-Setting "The Widening Gyre" rumstehen habe (sowohl für SW, als auch für das HERO System).

3. Favorite new game of the last 12 months
Lone Wolf Adventure Game. Es setzt wie das Einsamer Wolf Mehrspielerbuch auf den Regeln der Abenteuerspielbücher auf und wirkt dabei deutlich runder als jenes. Die eher einfach gehaltenen Regeln scheinen es zu einem Spiel zu machen mit dem Rollenspielneulinge gut zurecht kommen. Und: Es ist dabei ein richtiges Rollenspiel, nicht so eine blöde Schnupperbox, wie man das von D&D 4 oder den neuen Star Wars Sachen kennt.
Dadurch, dass das Spiel in Basis-Regeln hat und "Experten"-Regeln optional dazu genommen werden können, bekommt man einen guten Einblick, wie das Spiel funktionieren soll. Für Basteln von Hausregeln & Co. scheint mir das Vorgehen ebenfalls sehr hilfreich zu sein. Wer also selber was bauen will, sollte das ohne Probleme tun können. Das System sollte nicht gleich zusammenbrechen, weil man an der falschen Stellschraube gedreht hat.

Mit Magnamund hat das Spiel dann auch ein starkes Setting. Es ist nicht übermäßig fantastisch, kommt ohne tausende von Details aus und ist gut zu verstehen. ... Ein wunderbar unprätentiöses Setting.


4. Most surprising game
 Es  sind zwei Spiele, die mich zuletzt überrascht haben. Einmal Mutant: Year Zero, das auf bewundernswerte Weise Konzepte, Mechanismen und Ideen aus Indie-, OSR-Rollenspielen und frühem Erzählspiel zu einem gut spielbaren Ganzen kombiniert.

Das andere Spiel ist Clockwork & Chivalry 2nd. Ich hatte mir das Buch ursprünglich als Ideensteinbruch für die Umsetzung von Alchemie und Fraktionen im Rollenspiel geholt. Es hat sich jedoch in meiner Gunst weit nach vorn gekämpft und ich bin mir relativ sicher das mal spielen zu können. Das Setting ist deutlich weniger abgedreht als ich vermutet hatte und entsprechend sehr viel spielbarer, als ich das eingeschätzt hatte.
Worum es geht: Den Hintergrund bildet Britannien zur Zeit des English Civil War (Mitte 17.Jh.). Die bekanntesten Personen zu der Zeit dürften der Schlächter Oliver Cromwell und Charles I sein. Jedoch geht es bei Clockwork & Chivalry nicht um ein reines Bürgerkriegsszenario, nein, es ist phantastisch verfremdet. Die Parlamentarier haben (natürlich für das Schlachtfeld) Clockwork-Monstrositäten gebaut. Die Royalisten verfügen über Alchimisten mit Mächten zweifelhafter Herkunft. Es gibt eine Vielzahl von Fraktionen ... Puritaner, Parlamentarier, Katholiken, Leveller, Mitglieder von Horseman's Word (eine okkult-satanische Fraktion), ... Das Zusammentreffen von verschiedenen Überzeugungen hat immer Auswirkungen im Spiel. Dabei sind die "Weltbilder" innerhalb einer Fraktion deutlich weniger stereotyp, als bei anderen Rollenspielen, wo das eine Rolle spielt, der Fall ist. Die Charaktererschaffung ist auch recht gelungen: Basiswerte auswürfeln, Soziale Klasse wählen (hierdurch werden die Werte modifiziert), Profession wählen [1] (auch hier werden die Spielwerte modifiziert) und schließlich gibt frei verteilbare Punkte ... dann werden Ereignisse in der Vergangenheit des Charakters erwürfelt. Für mich ist das eine ausgewogene Mischung aus Zufallsgenerierung, Auswahl und Point-Buy.
Das Spiel schaut sehr spielbar und ausgewogen aus. Regelseitig wird mit Renaissance eine Variante von Runequest/BRP verwendet, die speziell auf das Schwarzpulverzeitalter angepasst wurde.

[1] Die sind schön geerdet und erinnern ein bißchen an das Warhammer Rollenspiel. Ein paar Beispiele: Cavalier, Merchant, Smuggler, Wise Woman, Woodsman.

 5. Most recent RPG purchase
Citadel beyond the Northwind ein Sword-&-Sorcery-Setting für Legend (Runequest) von Morten Braten. Für mich primär als Ideenfundgrube gedacht, um damit Crypts & Things zu spielen. Ist noch nicht angekommen, deswegen kann ich weiter nix dazu sagen.

Außerdem habe ich Dirks Tipp beherzigt und mir die Printversion von Far Trek besorgt. Mit M20 wollte ich immer schon mal was machen. Da ich jedoch mit D&D 3 und seinen Varianten bisher kaum/quasi keine Erfahrungen machen konnte, wusste ich nie so recht, was ich damit spielen soll. Das letzte Stück Zugänglichkeit - im Sinne von "dies und jenes kann und will ich so umsetzten" hat mir immer gefehlt. Vielleicht ändert sich da mit Far Trek was. Zum einen ist das ein komplettes Spiel, zum anderen habe ich im Freundeskreis Star-Trek-Fans und ... "mein SF-RSP" fehlt mir auch immer noch. Mal schauen ...

6. Most recent RPG played
Warhammer Fantasy Rollenspiel 2te. Und zwar das Abenteuer: The pig, the witch & her lover. Heute vormittag haben wir es - mit Abkürzung (weil wir nur kurz Zeit hatten) - beendet. Mal schauen, ob die Runde weiter geht auch wenn einer der Spieler ab Oktober weggezogen sein wird.

7. Favorite free RPG
The Shadow of Yesterday ... conflict resolution ist eine interessante Art Situationen aufzulösen und spielt sich anders als task resolution (= die normale Fertigkeitenprobe). Das Aushandeln von zwei alternativen Ausgängen und der "zufälligen Bestimmung", wessen Idee druchkommt, bringt interessante Storyentwicklung. UND Aktionen haben Konsequenzen. Immer! An den Pfade finde ich cool, dass diese SC-Ziele und -Wertvorstellungen einerseits XP abwerfen und andererseits, dass sie dafür verantwortlich sind, dass sich die Spielfiguren im Lauf des Spiels verändern, ohne dass der Fokus auf "Aufstieg/besser werden" liegt. Es ist vor allem die Persönlichkeit der SC, die sich weiterentwickelt und zwar durch die Erlebnisse in den Abenteuern.

8. Favorite appearance of RPGs in the media
Die Berichterstattungen in den lokalen Zeitungen zum Gratis Rollenspieltag.

9. Favorite media you wish was an RPG
Zorro (Buch, Film, Comics - egal) ... als Savage Worlds Setting. Werde ich wohl mit einem Freund umsetzen (müssen). Obwohl, oder gerade weil SW für mich nicht als generisches oder universelles Regelwerk funktioniert. Dafür sind zu viele Teile, die ich NUR für bestimmte Settings und Spielweisen mag, in die DNA des Regelwerks eingebrannt. Aber für Alta California passen die grundlegenden Regelmechanismen einfach zu gut, um eine andere Regelgrundlage zu nehmen. Statisten, Bennies, Test of Will, Kämpfe mit wenigen kompetenten Gegnern und vielen Extras, ...


 10. Favorite RPG Publisher
Goodman Games für DCC RPG und Lankhmar, Random Esoteric Creature Generator, Free RPG Day Mitinitiator, Etherscope Publisher, Points of Light, Punjar.

Cakebread & Walton für Clockwork & Chivalry 2nd und Dark Streets.

... auf deutsch? Keine Ahnung. Da kam in den letzten Jahren für mich viel zu wenig rum. Tendenziell Mantikore. Für Labyrinth Lord und das Einsamer Wolf Mehrspielerbuch. (Ich hoffe ja, dass der Verlag das Adventure Game auch bringt).

Uhrwerk ist höchst sympatisch. Allerdings machen sie für mich die "falschen" Spiele. L5R hätte eine funktionierende Übersetzung + Abenteuer verdient gehabt. Lobenswert: Der Auftritt als Publisher für den von Hobbyisten geschaffenen Community-Hit "Dungeonslayers" (mit dem ich persönlich gar nix anfangen kann). Der Versuch mit Splittermond ein in (fast) allen Belangen "besseres" DSA an die Spielerschaft zu bringen. Außerdem ist die Präsenz in Foren, die YT-Videos, generell die Ansprechbarkeit ein riesengroßes Plus des Verlags.

11. Favorite RPG Writer
Newt Newport ... v.a. für Regelwerke und Settings (v.a. Crypts & Things). Bei Abenteuern bin ich noch nicht ganz überzeugt. Da habe ich weder genug gelesen um mir ein Bild machen zu können noch was gespielt. The Savage North und Life and Death sollen aber alle Trademarks tragen. Mir gefällt seine inspirative, sehr knappe Schreibe, die einläd sich die Inhalte zu eigen zu machen und durch eigene Ideen zu ergänzen. So ziemlich das Gegenteil von Detailfetischismus und Tot-Erklärerei..

12. Favorite RPG Illustration
Russ Nicholson in: LotFP
Es gab und gibt jede Menge an guten Fantasy-Illustrator(inn)en, die nicht auf diesen grausigen Photoshop-Mainstream-, bzw. 80ies-Airbrush-Kitsch (1x scrollen bitte) setzten. ...

Farbe ist mir nicht besonders wichtig. Wichtiger ist mir, dass Illustrationen einen Widererskunngswert haben und ihr Schöpfer einen eigenen Stil mitbringt. (Natürlich erwarte ich technische gute und perspektivisch weitgehend fehlerfreie Arbeiten. Das scheint jedoch öfter mal eine utopische Erwartung zu sein. Naja. ...)


Was die Lieblings-Illustration erfüllen muss: Sie darf nicht bloß ein gutes Cover für eine RSP-Publikation abgeben, sondern sie muss auch Abenteuer atmen. Dafür ist ferner nötig, dass keine zu spezielle Situation abgebildet wird und erst recht kein Charakterbild oder Portrait.

All diese Voraussetzungen erfüllen z.B. diese Bilder:

Vincent Dutrait in: WFRP 2: Knights of the Grail, S. 111
Jeff Easley in: DCC RPG: #74 Blades against Death, S.16



Vor kurzem bin ich auf eine Illustration gestoßen, die mir richtig, richtig gut gefällt. Sie erschien auf einer D&D-Werbeanzeige - wohl vom Mai 1982 - für die von Tom Moldvay zusammengestellte B/X-Version von D&D. Bei meinen Recherchen konnte ich den Künstler nicht herausfinden.


Was ich daran so mag: Die Figuren erinnern an frühe D&D-Zeichnungen (und damit den Anfang des Hobbies). Die Treppen symbolisieren für mich die viele Beinarbeit, die von Abenteurern zu leisten ist und die auch nicht immer belohnt wird. Außerdem denke ich an das Herumirren, die Fragezeichen, die bei Spielern machmal auftauchen und die Tatsache, dass es - einmal um die Ecke geschaut - auch überraschend und gefährlich weiter oder zu Ende gehen kann. Die dunklen, unheimlichen Gemäuer ... da kommt mir WFRP1's Tony Ackland in den Sinn und der Film "Wenn die Gondeln Trauer tragen".

13. Favorite RPG Podcast
Da habe ich momentan keinen. System Matters fand ich eine ganze Weile recht gut, der ist aber doch ganz schön eingeschlafen. Der Polyeder-Podacast war ne Sache damals. Schade, dass es den nicht mehr gibt.

14. Favorite RPG Accessory
Keine Ahnung, ob das zählt. Ist mir eigentlich auch egal. Ich nehme: Die schwarzen Pappschachteln der Narrativa-RSP.
Die Dinger sind super! Ich hab eine Box so gepackt, dass da alles Relevante für eine Spielrunde WFRP2 drin ist (bis auf den übergroßen SL-Schirm und die Würfelmatten): Grundregelwerk, Würfel, Initiative-Leiste, Flip-Mat, All-Rolled-Up mit Würfeln & Co, Charakterbögen, Karten mit Zaubersprüchen drin, Holzkegel, ... Die Box ist stabil, es passt einiges rein, sie schaut gut aus. Perfekt! Wenn es die nur einzeln zu kaufen gäbe.

Zum Größenvergleich: Die Dragonborn-Miniatur aus dem Castle-Ravenloft-Boardgame.


15. Longest campaign played
Earthdawn 1 - das müsste etwas mehr als zwei Jahre gewesen sein. Vielleicht auch drei. So genau kann ich das nicht mehr sagen. 2006 - 2010 spielte ich in mehreren ineinander übergreifenden und z.T. dann doch wieder voneinander getrennten ED-Kampagnen. Das lag daran, dass der SL und ein Spieler/SL irgendwann nicht mehr miteinander spielen wollten. Wegen Umzug und Rückkehr der SL, neuen Mitspielern, etc. habe ich, je nach Zählung, in einer, zwei oder drei Kampagnen gespielt. Das war das längste, was ich an Kampagnen-Spiel gespielt habe. Jedenfalls, wenn man die Zahl der Spieltreffen rechnet.
An Jahren wurde das mittlerweile von der SL-losen Everway-Runde mit zwei alten Freunden übertroffen. Jedoch treffen wir uns nur zweimal im Jahr zum Spielen. Von daher ist die Zahl der Spielabende - gerade im Verhältnis - doch recht gering.

16. Longest game session played
Das war ganz klar Midgard 4 auf den Erlanger Spielertagen 2012. Die Con-Runde ging ca. 10 Stunden und weder das Abenteuer noch das Spielsystem haben mich begeistern können. Wobei ich da hauptsächlich dem SL die Schuld gebe. Sonderplot für einen SC, null Pacing, ewig Downtime für einige Spieler, ... sowas geht gar nicht. Vorzeitig aussteigen wollte ich aber nicht. Immerhin war es ein Lehrstück darin, wie man an Cons nicht leiten sollte.

17. Favourite Fantasy RPG
Ein Lieblings-Fantasy-RSP habe ich derzeit nicht. Für verschiedene Anlässe habe ich verschiedene Spiele:

Crypts & Things => Sword & Sorcery,
LotFP => einfaches D&D mit weirdness Faktor,
Prince Valiant Storytelling =>  erzähllastiges Spiel,
Everway => Freiform;
To Go & EDO, Fäntelalter/Renaissance plus historische Einsprenksel: WFRP 2nd.

 
Das ist momentan mein "Standart-Repertoir". Zum Lieblingsspiel kann ich eigenlich gar nix sagen.

18. Favourite SF RPG
Gibt es nicht. Generell habe ich bisher kaum SF gespielt (Dark Heresy & Star Wars zählen mMn nicht).
Für wahrscheinlicher als Traveller (das mich bisher einfach nicht gepackt hat) ist, dass es River of Heaven (OpenQuest) wird. Vielleicht kommt als Ergänzung doch noch Starblazer Adventures dazu, das ich gerade nochmal ernsthaft zu lesen begonnen habe.

19. Favourite Supers RPG
Mein Interesse an Superhelden ist relativ gering. Mit der Superhelden-Ästhetik, mit dem Thema "übermenschliche Kräfte", der nicht selten etwas einfältigen Moral, ... kann ich wenig anfangen. Ich lese da lieber Graphic Novels oder Prinz Eisenherz.
Es gibt eine nennenswerte Ausnahme: Der neue Moon Knight. Die ersten beiden Bände sind zeichnerisch extrem kunstvoll umgesetzt und die Figur ... erinnert entfernt an Batman. Nur kaputter und deutlich vielschichtiger. Klare Leseempfehlung von meiner Seite!

Zurück zum Rollenspiel: Es gibt eines, das man als Superhelden-RSP durchgehen lassen könnte und das mir vom Lesen her sehr gefällt. Mutant City Blues, welches die Gumshoe-Regeln nutzt.
Die Kurzbeschreibung des Spiels wäre: "X-Men trifft CSI".


... bis hierhin mal.
Der Rest folgt ...

Sonntag, 19. April 2015

Abschluss des Märzkarnevals "Auf's Auge?! "

Endlich kommt sie, die Zusammenfassung inkl. meiner abschließenden Eindrücke zum letztmonatigen Karneval. Doch zuvor will ich noch auf die Übersicht zu den Beiträgen bis zum zwanzigsten März 2015 hinweisen.


Auf Los gehts los:

D6Ideas war wieder fleißig und stellt in Unknown Mobile Suit - Big Fan ein neues Kampf-Hovercraft vor, das seine Existenz der Suche nach passenden Modellfiguren für das Unknown-Mobile-Suit-Projekt verdankt.
Mit Unknown Mobile Suit – Visueller Charakterbogen stellt das Blog dann den Bau eines dazu passenden Charakterbogens vor.


In Drei Punkte für zwei Augen beleuchtet Würfelheld dann das Hobby aus der Sicht einer Person mit heftiger Sehbehinderung. Ein, wie ich finde sehr ungewöhnlicher Text, der wirklich nochmal zum Nachdenken bringt.


Mit einem magischen Gegenstand (mit mehreren Fadenrängen) für Earthdawn sammt Illustration wartet Spiele im Kopf in dem Beitrag Die Brille des Tull-Hammu auf. Außerdem ist das magische Ding selbst eine nette Anspielung auf das Karnevals-Thema.


Auf die Ohren gibt Greifenklaue, der sich einmal mit Glorian und das andere Mal mit Christophorus zusammentut, um sich per Podcast der Diskussion aller(!!) inspirativen Vorschläge zum Thema aus der Karnevalseröffnung zu widmen:
GKpod #41 - Aufs Auge I
GKpod #42 - Aufs Auge II

Im dritten Hörbeitrag GKpod #43 – Auf`s Auge III mit Smaragdspitze (Pathfinder) geht es schließlich um das PF-Produkt "Die Samargadspitze" und wie es mit Zusatzkram noch aufgewertet werden kann.


Teilzeithelden beschäftigt sich hingegen mit einem innovativen Spielhilfsmittel und stellt mit Das Noteboard – unscheinbare Faltmacht dessen vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten vor.


Ackerknecht zeigt im Projekt Visualisierung was man in Musterbeuteln voller Spielmaterial drin ist und was man damit anstellen kann.


Moritz spricht Von der Seifenkiste herab an, welche 10 Illustratoren für ihn Rollenspiel ausmachen und warum. Cool! Eigentlich hätte ich auch noch was zu Illustrationen und Rollenspiel schreiben wollen.


Tagschatten hat das getan und präsentiert zehn für ihn Bedeutsame Cover. Auch das finde ich sehr schön. Es heißt zwar immer "don't judge a book by its cover", aber die Realität sieht einfach anders aus.


... und dann gibt es noch Tarins Diskussions-Thema im RSP-Blogs-Forum um die Darstellung antropomorpher Tiere in entsprechenden Rollenspielsettings. 


Außerdem ist noch eine ganze 
Reihe an Nachträgen zum März-Karneval entstanden:

Zunächst stellt Wellentänzer im Tanelorn-Forum fest: DSA ist unbemerkt im Rollenspiel-Olymp. Er begründet das vor allem durch stark verbesserte Abenteuer und Kampagnen, die für das Spielsystem in jüngerer Zeit herausgebracht wurden. Der Bezug zum Karneval-Thema ist ... mehr Wortspielerei als alles andere. ;-)

Auch die Mehrzahl meiner eigenen Beiträge kam verspätet. Guided by History 
und Guided by History II zeigen meine (schon etwas älteren) Bastelarbeiten für WFRP2nd. Im ersten Beitrag gehe ich dabei auf den Bau meines Spielleiterschirmes. Die im zweiten Text präsentierten Sachen haben die Spieler zur Zielgruppe. Es handelt sich dabei um mein neuestes Charakterbogen-Modell und um ein Zauberbuch für Spieler. Wealth won't save your soul
ersetzt alte Tempel- und Schreinzeichnungen durch Neue.

Material zum Aufhübschen von Fanarbeiten für Splittermond bringt Meisterperson mit Splittermond-Fanpaket Layoutvorlage mit Videotutorial.



Abschlussgedanken zu "Auf's Auge?!":

In insgesamt 28 Beiträgen ist eine Menge an unterschiedlichen Gedanken und Ideen zusammengekommen. Die Tendenz zu persönlichen Themen - "das ist mir wichtig", "so mache ich das" - hat sich auch nach dem 20.März fortgesetzt, was ich sehr schön finde. Dass damit die universelle Einsetzbarkeit der präsentierten Spielmaterialien vielleicht etwas zu kurz kommt, finde ich keineswegs schlimm. Die Basteltipps nämlich sowie theoretische und methodische Überlegungen sind allgemein anwendbar.

Ansonsten war auffällig, dass der Karneval eher langsam anlief. Zwölf der 28 Beiträge erschienen bis zum 20.März. Im Gegenzug entstanden auch noch bis weit in den April hinein Texte zu "Auf's Auge!?!" - inklusive dieses Abschlussberichts. Vermutlich lässt sich die "Verschiebung" insbesondere duch die außerordentlich zahlreiche Teilnahme am Februar-Karneval erklären. Auch Ostern könnte ein Grund sein. Und trotzdem blieb eine Reihe an Ideen und Themen, die der einen oder dem anderen Blogger im Kopf war/ist ohne Beitrag. (Was auch mir selbst so ging.) Ich bin mir sicher: Das Thema "Visualisierung" ist noch längst nicht durch, auch wenn der Karneval vorbei ist. 


Hier nochmal der Karnveal als Übersicht:
Eröffnungsbeitrag
Zwischenstand
Abschluss (dieser Beitrag)

Kommentare und Diskussionen: Im RSP-Blogs-Forum. (Zum Einloggen ist keine reguläre Registrierung erforderlich.)